Baumwolle bedeutet wörtlich, Wolle vom Baum, ist aber eigentlich keine echte Wolle, sondern:

Baumwolle bedeutet wörtlich, Wolle vom Baum, ist aber eigentlich keine echte Wolle, sondern:

- eine pflanzliche Faser,  
- die aus den *Samenhaaren der Baumwollpflanze* (Gattung Gossypium) gewonnen wird,  
- und vor allem zur Herstellung von *Textilien* verwendet wird (T-Shirts, Jeans, Bettwäsche usw.).

 Kurz gesagt

- Art: Naturfaser, pflanzlichen Ursprungs  
- Eigenschaften: weich, saugfähig,    hautfreundlich, meist gut waschbar  
- Verwendung: Kleidung, Heimtextilien, Verbandsmaterial, Garn, Stoffe

1. Anbau von Baumwolle
a) Klima und Standort

Baumwolle braucht:

- Wärme: wächst vor allem in warmen Regionen (z. B. USA Süden, Indien, China, Afrika)  
- Frostfreiheit: sie verträgt keinen Frost  
- Wasser:relativ viel Wasser, aber keine Staunässe  
- Sonne: viel Sonnenlicht für gutes Wachstum

Darum wird Baumwolle vor allem in trockenen, warmen Klimazonen angebaut, oft mit künstlicher Bewässerung.

b) Aussaat
1. Die Felder werden gepflügt und vorbereitet.  
2. Die Samen werden in Reihen in die Erde gesät.  
3. Nach ein paar Tagen/Wochen keimen die Pflanzen und wachsen zu Sträuchern heran (bis ca. 1–2 m hoch).

c) Wachstum der Pflanze
- Zuerst bildet die Pflanze Blätter,  
- dann Blüten (meist gelb oder weiß, später rötlich),  
- aus den Blüten entstehen Kapseln (Baumwollkapseln).  
- In diesen Kapseln entwickeln sich die Samen– umgeben von den weißen Fasern, die wir „Baumwolle“ nennen.

Wenn die Kapseln reif sind, platzen sie auf – dann sieht man die typischen weißen „Wattebäusche“.

2. Ernte von Baumwolle

Es gibt zwei Hauptmethoden:
a) Handernte

In manchen Ländern wird Baumwolle noch von Hand gepflückt :
- Arbeiterinnen und Arbeiter gehen durchs Feld  
- und zupfen die *weißen Fasern* (mit den Samen) aus den geöffneten Kapseln.  

Vorteile:
- sehr sauber, wenig Blätter und Stängel  
- schonende Ernte

Nachteile:
- sehr arbeitsintensiv
- oft schlechte Arbeitsbedingungen und niedrige Löhne

b) Maschinelle Ernte
In großen Anbauländern (z. B. USA, Australien) werden Erntemaschinen benutzt:

- sogenannte Cotton Picker oder Stripper-Maschinen,
- sie fahren über das Feld und reißen oder pflücken die Baumwolle mechanisch von den Pflanzen ab.

Vorteile:
- schnell  
- für große Flächen geeignet

Nachteile:
- es kommen mehr Verunreinigungen (Blätter, Stängel, Erde) mit in die Ernte  
- hohe Anschaffungskosten  
- oft Monokulturen und intensiver Einsatz von Chemie

3. Nach der Ernte: Vom Feld zur Faser

Nach dem Pflücken ist die Baumwolle noch nicht als saubere Spinnfaser nutzbar.

a) Entkörnen (Ginning)
Die geerntete Baumwolle kommt in eine Entkörnungsanlage:
- Fasern werden von den *Samen* getrennt.  
- Man erhält:
  - Faserbaumwolle (für Textilien)  
  - Samen (für Öl, Tierfutter, neue Aussaat)

b) Reinigung und Ballen
- Die Fasern werden gereinigt (Staub, Blätter, Stängelreste entfernt).  
- Dann werden sie zu großen Ballen gepresst,  
- und an Spinnereien geliefert.

Dort werden sie weiter:
1. gekämmt und gestreckt,  
2. zu Garngesponnen,  
3. und später zu Stoffen gewebt oder gestrickt.

4. Probleme beim Baumwollanbau
Baumwolle ist beliebt, hat aber auch Schattenseiten:

- Hoher Wasserverbrauch
  - z. B. Austrocknung von Gewässern in manchen Regionen  
- Pestizide und Düngemittel
 - schaden Umwelt und Gesundheit von Arbeiterinnen/Arbeitern  
- Monokultur
 - Böden werden ausgelaugt, weniger Artenvielfalt

Deshalb gibt es heute:
- Bio-Baumwolle (ohne synthetische Pestizide und Kunstdünger)  
- Fair-Trade-Baumwolle (bessere Arbeitsbedingungen und Bezahlung)